 | | Pollock, (Pollock) USA 2002. R: Ed Harris, B: Barbara Turner, Susan J. Emshwiller, P: Fred Berner, Ed Harris, Jon Kilik, K: Lisa Rinzler, Kostüme: David C. Robinson, D: Ed Harris, Marcia Gay Harden, Amy Madigan, Jeffrey Tambor, Bud Cort, John Heard, Val Kilmer, u.a. Columbia TriStar, 6. Juni 2002 | | |
Listen and be amazed! Krupa ist der Beste. Ed Harris alias Jackson Pollock stolpert volltrunken, von seinem Bruder gestützt das Treppenhaus hinauf. Das sind die ersten Bilder. Und seine ersten Worte: Krupa ist der Beste! Wir schreiben das Jahr 1941. Jackson Pollock (29) als Gene Krupa (32) der Kunstwelt. Gene Krupa, der "drummer man", als Symbol für Wahnsinn, Freiheit, Chaos und Genie. Free your mind (and the rest will follow). Was Harris erstaunlich plastisch machen kann, ist der Moment der Veränderung, das scheinbar Zufällige im Entstehen der einen großartigen Idee, die Pollock letztlich den Ruhm bringt: das Action Painting. Erstaunlich plastisch ist das vor allem, weil kaum plakativ. Das scheinbar Zufällige korrespondiert geschickt mit dem für die PR ausgewählten Zitat, in dem Pollock den Zufall leugnet: "I don't use the accident, because I deny the accident". Der Satz unterstreicht (behauptet) das Unausweichliche, das Unumgängliche in jeder 'echten' Kunst, in jedem künstlerischem Tun. Und gleichzeitig steht er in drastischem Kontrast zum zerbrechlichen und gnadenlos verplanten Künstler, wie der Film ihn zeichnet. Was sehr vereinfacht wirkt, und an diesen Stellen wird der Film dann leider doch plakativ, sind die Aussetzer, das asoziale Verhalten des Künstlers, dessen 'freier Geist' in Momenten tiefer Depression in Naivität umkippt. Obwohl diese Bewegung vom Film klar gewollt ist, bleibt sie hilflos. Nach einem mehrseitigen Interview im Time-Magazin soll ein Film über Pollock entstehen. Der fühlt sich ob des filmischen Vorgehens (das die Wiederholung des exakt Gleichen verlangt) als Lügner. Dieses Unbehagen mündet nach sechs Wochen ständiger Begleitung und Vereinnahmung durch den Filmemacher in der von einem cholerischen Anfall begleiteten 'Erkenntnis': "Nicht ich bin der Betrüger, sondern du!". Der fatale Rückfall in den Alkoholismus ist die Folge. Logisch, praktisch, richtig (wie das Klischee). "On the floor I am more at ease, I feel nearer, more a part of the painting, since this way I can walk around in it, work from the four sides and be literally 'in' the painting." (Jackson Pollock, 1947) Vielleicht wäre dieses Zitat das bessere Pressezitat gewesen. Fest steht jedenfalls, daß es besser zum Ausdruck bringt, was das Revolutionäre in der Kunst Jackson Pollocks war. Fest steht aber auch, daß Ed Harris mit "Pollock" eine sehr sehenswerte filmische Biographie gelungen ist, die ohne stilistische Extravaganza das Besondere des Künstlers Jackson Pollock darstellt. Achim Wiegand Apropos abstrakte Malerei und Musik: Gene Krupa starb 1973 im Alter von 64 Jahren an Herzversagen. Jackson Pollock starb 1956 im Alter von 44 Jahren bei einem Autounfall. James Dean starb 1955 im Alter von 24 Jahren, ebenfalls bei einem Autounfall. Apropos Jackson Pollock: Zeitzeuge Harry Hilson schreibt in seinen bewegenden Aufzeichnungen über Pollock: "Brush in one hand, paint can in the other, Jackson Pollock was engrossed in the rhythm of his song." http://www.hilson.org/NW/pollock.htm Apropos Gene Krupa: "His drum parts on Goodman's 1936 hit 'Sing, Sing, Sing' was the classic drum anthem of the Swing Era, and his matinee idol appearance on stage and appearances in films made him one of the biggest musical stars of the era." http://www.redhotjazz.com/krupa.html
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