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 | | The Terminal, USA 2004, 128 min. R: Steven Spielberg, B: Andrew Niccol, Sacha Gervasi, Jeff Nathanson; K: Janusz Kaminski, Schn: Michael Kahn, M: Benny Golson, John Williams; D: Tom Hanks, Catherine Zeta-Jones, Stanley Tucci, Chi McBride, Diego Luna, Barry Shabaka Henley, Kumar Pallana, Benny Golson u. a. Verleih: UIP, Bundesstart: 7.10.2004 | | |
There’s only one thing you can do here: shopping. Die Füße krallen sich in den Boden, man rutscht im Sitz zurück, so maßlos überrissen ist die Einfalt, Demut, Pseudo-russische Gutmütigkeit, mit der Tom Hanks als Viktor Navorski sich in den bösen Streich schickt, den ihm das Schicksal spielt. Viktor ist Bürger der erfundenen Ex-SSR Krakhozia, die während seines Transatlantikfluges politisch kollabiert ist. Jetzt wollen die sturen US-Einwanderungsbeamten in New York seinen Pass nicht mehr anerkennen und halten ihn auf unbestimmte Zeit im Flugahfen Newark fest, in dem der Film fast ausschließlich spielt. Viktor kann kaum ein Wort englisch und stolpert von einem Fettnäpfchen ins Nächste. Ein lieber, zunächst völlig hilfloser Slawe, der sich schließlich anständig und hemdsärmlig durchwurschtelt. Es ist keine Überraschung, dass Regisseur Spielberg vor Klischees nicht gerade zurückschreckt. Die Überraschung ist, dass sein neuer Film nach einigen Schreckminuten dennoch fesselt. Eine Mainstreamkomödie, sicher, mit Didaktik und der üblichen Überdosis an Kranaufnahmen. Aber ohne unerträglichen Schmu wie die überkandidelte Feierabendphilosophie von „Artificial Intelligence“ (2001). Die liberale Botschaft wird in nette Pointen verpackt: Als der Grenzbeamte Viktor einen Stapel Lebensmittelgutscheine für den Aufenthalt im Terminal in die Hand drückt, fragt Viktor: „But what I do?“ Der Beamte: „There’s only one thing you can do here: shopping.” Und Hanks hält die wenn auch überzeichnete Rolle in sich schlüssig durch. „The Terminal“ (2004) ist so etwas wie ein Kammerspiel-Pendant zum schmalzigen USA-Epos „Forrest Gump“ (1994). Die sanfte Kritik am amerikanischen Traum dient auch hier seiner um so glänzenderen Rechtfertigung. Kritisiert werden die absurden Einreisevorschriften und das Einwanderungsregime. Alle unterstellen Viktor, er wolle sich sein Stück vom großen Apfel sichern, dabei kam er doch nur her, um den letzten Wunsch seines verstorbenen Vaters zu erfüllen: ein Interview des betagten Saxophonisten Benny Golson zu ergattern. Viktor richtet sich dann notgedrungen in seiner Lage ein, bezieht zwischen dem Glitzer der Duty Free Shops Quartier. Der Sicherheitschef des Flughafens beobachtet ihn unablässig per CCTV und will ihn unbedingt loswerden, etwa indem er ihn zum illegalen Betreten von US-Boden lockt. All diese Tricks scheitern, Viktor findet in einem Bautrupp Arbeit, verliebt sich in ein durchreisendes Biest (Catherine Zeta-Jones) und gewinnt Freunde unter den Angehörigen jenes anonymen Dienstleistungsproletariats, das das Unternehmen Newark am Laufen hält. So kann er sich monatelang über Wasser halten. Vom Nationslosen zum Arbeitnehmer, da kehrt er dann zwar wieder, der Traum vom selbstgeschmiedeten Glück. Aber auf den hat es Viktor eben gar nicht abgesehen. Der Amerikaner unter den Zuschauern kann lernen: Zumindest gibt es auch andere Träume. Erbaulich und gefällig. Jakob Hesler A propos:
Die Trivia bei IMDB sind manchmal ganz interessant. Der Film basiert auf einer wahren Geschichte, Tom Hanks spricht darin - angeblich ganz gut - bulgarisch, und ursprünglich war ein anderes, ein happy Ende vorgesehen, in dem der arme Viktor das Biest (Catherine Zeta-Jones) abbekommen hätte.
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