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Makellos (Flawless) Joel Schumacher, USA 1999 Robert de Niro muss eigentlich nur höllisch Nuscheln, wobei man genau sieht, dass er sich zu diesem Zweck die Zunge in die Backe steckt, und auf einen Stock gestützt durch die Gegend schlurfen. Und er wird sicher jedem erzählen, dass die Rolle des reaktionären Sicherheitsbeamten Walt, der Opfer eines Schlaganfalls wurde, eine große Herausforderung für ihn war. Was muss der sich eigentlich noch beweisen? Auch Phillip Seymour Hoffman muss als Schauspieler eigentlich niemandem mehr etwas beweisen. Dennoch bekommt er in Joel Schumachers "Makellos" zum ersten Mal die Gelegenheit zu zeigen, dass er nicht nur ein glänzender Nebendarsteller ist, sondern auch einen Film tragen kann. Wenn auch keinen schlechten Film retten. Aber das wäre in diesem Fall auch verlorene Liebesmüh gewesen. Hoffman spielt Walts Nachbar Rusty, die Chef-Dragqueen einer Brooklyner Transenclique. Vor Walts Schlaganfall haben die beiden sich noch lauthals und voller Inbrunst beschimpft, jetzt geht das nicht mehr. Und weil der Physiotherapeut Walt geraten hat, Gesangsstunden zu nehmen und der alte Sack sich nicht mehr auf die Straße traut, klingelt er beim Erzfeind, denn Rusty ist eine begnadete Sängerin. Er träumt seit langem von einer Geschlechtsumwandlung, und so stellen sie bald eine Gemeinsamkeit fest: Rusty steckt im falschen Körper, und auch Walt kann sich nicht mehr wie ein richtiger Mann fühlen. Und wer hätte das gedacht, unter Walts rauher Schale steckt auch ein weicher Kern, und der ach so lebenslustige Rusty hat es gar nicht so leicht. Wir dürfen bei einer totaaal schrillen Transenparty dabeisein und erfahren nebenbei noch, dass Schwule nicht immer schwul aussehen und bisweilen sogar politisch rechts stehen - die Schlingel! Es ist halt immer alles anders als man denkt, nur der Film selbst ist absolut vorhersehbar. Exemplarisch bekommen wir hier Szene für Szene alles vorgeführt, was das Thema zu bieten hat. In der landläufigen Version natürlich. Irgendwann heißt es: So, mehr ist uns dazu nicht eingefallen, und das ist zwar auch ganz rührend, Krüppel meets Perversen, aber so richtig spannend? Also kommt noch die Mafia ins Spiel, die bei Rusty Geld aus einem Drogendeal vermutet und da auch ganz richtig liegt, sie findet es nur nicht. Am Ende rettet Walt Rusty das Leben und hat sich somit schließlich doch als Mann bewiesen. Rusty behält das Geld und kann sich endlich zur Frau machen lassen. Die beiden heiraten, adoptieren ein Kind und... Nein, halt, das ginge dann aber doch ein bisschen zu weit. Dirk Schneider
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