Dogma
Kevin Smith, USA 1999

Alanis Morissette ist Gott. Selten so gelacht! Matt Damon dagegen ist ein Engel. Ein gefallener, denn das gefällt. Vor allem in einer göttlichen Komödie. Darunter scheint es "Dogma" nicht machen zu wollen. Kevin Smith ("Clerks") hatte da so eine Idee. Göttin hat zwei renitente Engel auf alle Ewigkeit ins Wisconsin der Jetztzeit strafversetzt. Aber plötzlich steht die Allmacht der Schöpferin auf dem Spiel. D.h. die Konsistenz der Existenz. D.h. das Universum.

Die beiden Verbannten haben nämlich ein Schlupfloch im christlichen Dogma entdeckt, das ihnen Rückkehr in den Himmel verspricht. Eine amerikanische Kirchenpforte, um genauer zu sein. Beim Durchschreiten werden alle Sünden vergeben. So ähnlich wie das Ding, das die altersschwache, aber gnädige katholische Kirche neulich in Gestalt ihres Papstes zur Feier des Heiligen Jahres 2000 in Rom aufgestoßen hat. Dem alten Mann mußten dienstbare Geister beim Öffnen der schweren Türflügel zur Hand gehen, was die Fernsehkameras dezent zu übergehen versuchten. In "Dogma" sollen Göttins Sendboten die beiden Engel-Bengel genau daran hindern, womit uns Smiths Kameras allerdings in aller Ausführlichkeit belästigen.

Kein himmlisches road movie, keine leichtfüßig lästernden Engelszungen. Sondern ermüdende Belehrungen über die Gattungen droben und drunten, wirres Gestreite über die englischen Dienstvorschriften, zu oft gesehene und planlos verschaltete Muster der komödiantischen Ideenverwertung. Jesus war übrigens ein Schwarzer. Der wegzensierte 13. Apostel auch. Für Zotenumsatz sorgt ein pubertierender Beavis and Butthead-Verschnitt. Heldin Bethany (Linda Fiorentino) ist darüber verwirrt. Und wir sind schon längst eingenickt.

Jakob Hesler



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