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 | | Die Eisprinzen (Blades of Glory), USA 2007. R: Josh Gordon, Will Speck, B: Busy Philipps, John Altschuler, Dave Krinsky, Craig Cox, Jeff Cox, K: Stefan Czapsky, D: Will Ferrell, Jon Heder, Will Arnett, Amy Poehler, William Fichtner, Jenna Fischer, Romany Malco, Nick Swardson, Rob Corddry Verleih: Universal, Start: 10.5.2007 | | |
Nobody knows what it means, but it’s provocative Das narrative Korsett des Sportfilms, für Will Ferrell und seine Frat Pack-Freunde, die die Komödie zum integrativsten, produktiv-inzestuösesten Genre des amerikanischen Films gemacht haben, muss es ein Versprechen sein: das Versprechen eines ökonomischen Kinos, in dem man immer wieder die Bahn verlassen darf, um letztlich doch aufs Gleis zurückgelenkt zu werden. Die Runden sind kleiner geworden, die Schmerzen unmittelbarer seit der NASCAR-Rennstrecke in „Talladega Nights: The Ballad of Ricky Bobby“, dieser Variation auf das Sportfilmtopos vom auf dem Weg zum Erfolg zu bewältigenden Trauma, dieser Zerlegung des Rennfahrerfilms bei gleichzeitiger Würdigung & Ausbeutung seiner Mechanismen & Schauwerte, in der ein kulturell & sportlich hoffnungslos überlegener schwuler französischer Rennfahrer den Titelhelden mit Modern Jazz foltert und mit einem Kuss seine nationale Identität bekräftigt. Kurz war dort auch schon einmal vom Eistanzen die Rede. Aber vom Autorennen zum Einskunstlauf ist es für Will Ferrell ohnehin kein großer Satz, man variiert einfach neu: diesmal die Rivalen, aus denen Verbündete werden müssen, die aber von intriganten Gegnern auseinandergebracht zu werden drohen. Und um bedrohte Männlichkeit, wie sie Ferrell zum Kernkomplex seiner Komödienfiguren gemacht hat, beim Eiskunstlauf anzusiedeln, bedarf es natürlich keiner komplizierten Konstruktion. Die Frage, wo da die Affirmation homophober Humorismen aufhört und die Subversion beginnt oder vice versa, schert diese Filme zumeist herzlich wenig; und wenig ist innerhalb der narrativen Ökonomie der Sport-Buddy-Filme nun einmal so wohlfeil zu bekommen wie Entmaskulinisierungsszenarien. In „Blades of Glory“ eben dergestalt: Zwei Kunstlaufkonkurrenten – der eine hypermaskulin, sexsüchtig, frei von Selbstzweifeln & Scham, mit von Ferrell wie immer gerne und doch uneitel zur Schau gestelltem nackten Fleisch; der andere effeminiert, mit einem gleichsam von Ricky Bobby übertragenen Vatertrauma, sich in die Schwester des bösen, ihre Kür als JFK & Marilyn laufenden Konkurrentenpärchens verliebend, „Napoleon Dynamite“ John Heder in die große Komödienfamilie integrierend – werden von den Einzelwettkämpfen ausgeschlossen, müssen sich zum Paarlauf finden und streiten viel, wer wem in den Schritt fassen muss. Auch solcherlei eher faden Körperroutinenaufgüssen gewinnt der Film tanzend noch etwas ab; und wenn er dabei zwar nicht verhehlen kann, dass ihm Eiskunstlauf so recht nicht am Herzen liegt, spielt er doch immer souverän mit den eigenen & fremden Formeln. Es ist – wie immer bei Will Ferrell – ein, nun ja, ökonomisches Spiel: Er schätzt die Verdeutlichung, die Verdoppelung. Wenn seine Figuren großsprecherisch Dummes von sich geben – und das passiert ziemlich oft –, dann wird ihnen auch mitgeteilt, wie dumm dies war. Es berührt sie nicht. Machen sie etwas Ekelhaftes, Unziemliches, Anstößiges – auch das geschieht nicht selten –, so spricht es jemand aus. Finden sie etwas toll, so müssen sie es auch sagen. Viel verdankt sich dieser Verzögerung, viel auch den kurzen, völlig unschauspielerischen Ausbrüchen, viel dem unbändigen Vergnügen an den Paratexten der Sportübertragung, schon seit „Zoolander“: den kleinen Präsentationsclips, den Kommentaren aus der Sprecherkabine und in diesem Fall noch einem schönen Stück Fake-Found-Footage aus Nord-Korea, wo neben einer riesigen Militärparade auf einer Eisfläche tödliche Paarlaufbewegungen geübt werden. Das reicht, einstweilen, bis zum nächsten Film, zum nächsten Sport: Basketball, liest man. Daniel Eschkötter
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