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Girls United (Bring it on) Peyton Reed, USA 2000 Die amerikanische Massenkultur ist zum Kotzen. Gottseidank sind wir keine Amerikaner. Gottseidank, Gottseidank sind wir keine Amerikanerinnen. Denn während wir als High School Boys noch eine gewisse Freiheit bei der Wahl unseres Hobbies hätten, nämlich die zwischen Foot-, Base- und Basketball, würden wir als Mädchen unausweichlich beim Cheerleading landen. Oder im Abseits. Denn Präsenz auf dem Sportplatz ist für die pubertierenden Amis so etwas wie eine Notierung an einem erotischen Nasdaq Index. Es gibt aber auch welche, die sind Cheerleader aus Berufung: so jedenfalls Torrence, neu gewählt als Captain des Rancho Carne High School cheerleading squad. Den Favoriten bei den nationalen Meisterschaften, um die es in diesem Jahr ganz besonders fiese Ränkespiele gibt. Torrence ist aufrecht, sympathisch und setzt sich schließlich gegen all die Ziegen, Kühe und Gänse durch, die in solch einem Teenageruniversum hausen. Das Hauptproblem: die Choreographie der Truppe stellt sich als geklaut heraus. Bei den Vorausscheidungen ist die Konkurrenz aus East Compton zuerst dran und tanzt genau das, was Torrence einstudiert hat. Aus der Austauschbarkeit der Cheer-Kultur, aus der Dümmlichkeit seines Gegenstands macht der Film also kein Geheimnis. Aber er schlachtet dessen schrägen Glamour und die ungesunde Begeisterung der Mädchen bedenkenlos aus - mit flott-ironischen Mitteln wie einer Art animierten Schiebeblende, man könnte sagen: einer Wooosh-Blende: die nächste Einstellung landet im Bild wie Flash Gordon auf einem fremden Planeten. Alles endet mit einem us-ideologischen Kompromiß: die schwarze Konkurrenz aus East Compton darf gewinnen, und unter neoromantischen Klängen schneuzen wir uns ins star-spangled banner. Selten bin ich so heiter aus einer Pressevorführung gekommen. Kirsten Dunst als Torrence ist nichts als mitreißend. Man könnte Kirsten Dunst Fan werden. Und das sinnleere Getanze ist nichts als mitreißend. Man könnte Jazztanz-Fan werden. Das habe ich jetzt aber ohne Gewähr gesagt. Vielleicht bin ich ein alter Herr geworden. Natürlich bleibt Amerika der Feind. Jakob Hesler
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