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Der Schakal Michael Caton Jones, USA 1997 Die Welt der multikulturellen und multinationalen Verbrechensbekämpfer hat einen neuen Bösewicht, die Russenmafia. Aber nicht eigentlich die Russenmafia, sondern nur deren Auftragskiller (Bruce Willis). Aber im Auftragskiller eigentlich auch nur den Konkurrenten, der Dich (Richard Gere) damals in der guten alten Zeit, als IRA und ETA-Terroristen noch Idealisten waren, übers Ohr gehauen und Dein Kind im Mutterleib getötet hat. Innerhalb dieser drei Konstellationen von Gut und Böse springt die Handlung von 'Der Schakal' rauf und runter, ohne Spannungsbogen, ohne Logik. Das Drehbuch baut auf Stochastik. Und auf ein paar Neben- und Nebelgeplänkel wie den Verräter in den eigenen Reihen, das Wiedererwachen der alten und Dahinsterben der neuen Liebe, auf zünftige Männerfreundschaft zwischen Bulle (Sidney Poitier) und bekehrtem Terrorveteranen und der Sehnsucht nach Heimat (Irland!!) und Geborgenheit in der Familie. Auf darstellerische Leistungen kann das Drehbuch hingegen nicht vertrauen: der angegraute Gere (stets im dalailamakompatiblen Schlabber- T-Shirt) ringt um den Tiger in sich und bringt doch nur die falschen Gesichtmuskeln zum Zucken, Poitier humpelt wie immer mit blutunterlaufenen Glotzaugen durch die Gegend und Willis - naja, der Mann kennt immerhin zwei Gesten: Mund leicht offen, Kinn nach hinten und Krähenfüße heißt cool, Lippen zusammengepreßt, Kinn nach vorne und Augen aufgerissen heißt nicht so cool. Irgendwann legt er als Killer mit einer Yacht ab. Die Yacht heißt Deja vu. Auf solche Ausflüge kann das Publikum verzichten. Urs Richter
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