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Schnee, der auf Zedern fällt Scott Hicks, USA 1999 Gut gemeint ist halb gewonnen. Den Rest besorgen dann irgendwie die Bilder. Damit man nicht merkt, daß "Schnee, der auf Zedern fällt" nichts als ein politisch korrekter und trotzdem langweiliger Gerichtsfilm ist, kommt er in schönem Gewand daher und mit neoromantischer Bombastmusik. Das Thema: US-amerikanische Japaner-Feindlichkeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Mittel: berückende Schlechtwetteraufnahmen von Oliver Stones Hauskameramann Robert Richardson. Das Problem: Wer Natur mißbraucht, um einen schlechten Film dahinter zu verstecken, ist ökologisch, moralisch, ästhetisch ein geistiger Brandstifter. Apropos Ästhetik: Über so etwas wird hinterher gern gesagt, es sei so "ästhetisch" gewesen. Eigentlich ist das Banausensprache, ein Nonsensurteil, aber es sagt gerade in seiner Leerheit die Wahrheit. Was "ästhetisch" ist, hat etwas zu verstecken, im Regelfall die eigene Nichtigkeit. Scott Hicks ist mit dem Pianistenporträt "Shine" bekannt geworden. Sein neuer Film erzählt die Geschichte eines Mordfalls auf einer fiktiven Insel vor der neuenglischen Küste. Der Verdacht fällt auf einen Japaner - so war damals die Stimmung. Während des Krieges wurden in den USA die Japaner interniert und auch danach noch diskriminiert, obwohl ihre Söhne für die Staaten gegen die Nazis gekämpft hatten. Gottseidank nimmt sich die unabhängige Presse des Falls an. Leider stirbt der integre Herausgeber des Lokalblattes (Sam Sheppard), und sein Sohn (Ethan Hawke) hat es mit der rückhaltlosen Aufklärung aus persönlichen Gründen nicht mehr so eilig. Das Gewissen siegt aber über die Eifersucht auf den zu unrecht Angeklagten, der ihm nämlich einmal die Freundin ausgespannt hatte, und amerikanische Tugenden siegen über unamerikanische Untugenden. Max von Sydow spielt übrigens auch mit. Jakob Hesler
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